Das Ding

Eine Morgenrunde im Regen. Die Wege daher leerer als gewohnt, da sehen wir einen großen, breiten Mann, der sich mühsam durch das Gebüsch durchschlägt. Er hält eine Leine in der Hand. Aber was hängt da am anderen Ende dran?

Als wir uns nähern entpuppt sich das andere Ende als kleine französische Bulldogge, die zögerlich auf uns zukommt. “Die ist immer ein bisschen zickig” sagt der Mann mit Blick auf seinen Hund.

Freundlich begrüßen wir ihn und wollen schon weiter, als er ein Gespräch anfängt:
“Ihrer ist doch auch so einer wie meiner?” “Nein, das ist ein Mops,” erwidern wir.
“Ach, aber der sieht doch ganz genauso aus wie meiner, das ist doch auch so ein Ding.
“Nein, ist er nicht” sagen wir. Aber er gibt noch nicht auf: “die sind doch aber auch französisch, ist doch alles das Gleiche” sagt er. “Nein, sind sie nicht!” bemerken wir.

Doch er fragt gleich weiter. “Hat ihrer auch so Probleme mit dem Fell? Meiner ständig, der braucht jetzt auch noch so ein teures Allergikerfutter. Die Dinger sind ja so fürchterlich überzüchtet heutzutage, die machen ständig nur Probleme.” “Nein, unserer hat eigentlich gar keine Fell-Probleme,” bemerken wir.

“Und bekommt der überhaupt Luft, der hat ja auch so eine platte Nase wie meiner?” fragt er und zeigt auf Otiz (nein, der liegt schon in den letzten Zügen – denken wir) und sagen: “er schnarcht zwar und große Hitze macht ihm auch  zu schaffen, aber sonst ist alles OK,  er rennt und bewegt sich viel.”

“Na ja,  meiner kriegt jedenfalls schlecht Luft, das ist immer so bei den Dingern und
mein Nachbar hat jetzt auch noch so ein Ding” – verabschiedet sich und zieht von dannen.

Bei einem so liebevollen Herrchen, kann einem das arme Ding richtig Leid tun.